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Feglingskasten: Das unverzichtbare Werkzeug für Kunstschwärme und Ableger
Für die meisten Imker gehört ein Feglingskasten zur Grundausstattung, denn wer erfolgreich Kunstschwärme bilden, Ableger erstellen oder Bienen sicher transportieren möchte, kommt an diesem praktischen Hilfsmittel nicht vorbei. Dank seiner durchdachten Bauweise erleichtert er die Handhabung bei der Völkervermehrung erheblich und minimiert den Stress für die Bienen.
Was ist ein Feglingskasten?
Der Feglingskasten ist ein speziell entwickelter, hochbelüfteter Behälter zur temporären Aufnahme von Bienen, die von den Waben abgefegt oder abgeschlagen werden. Der Name leitet sich vom sogenannten „Fegling“ ab – einem neu gebildeten Bienenvolk, das aus einer Mischung von Arbeitsbienen verschiedener Völker und einer neu zugesetzten Königin besteht.
Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zu einer regulären Beute dient der Feglingskasten nicht der dauerhaften Unterbringung, sondern als kurzzeitiges Quartier während der Schwarmbildung, der anschließenden Kellerhaft oder für den Transport.
Vielseitige Einsatzgebiete in der Imkerpraxis
Durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten zählt der Feglingskasten zu den wichtigsten Hilfsmitteln am Bienenstand und unterstützt Imker bei zahlreichen Arbeiten rund um die Völkerführung:
- Kunstschwarmbildung: Der Haupteinsatzzweck. Bienen aus Wirtschaftsvölkern werden im Kasten gesammelt, mit einer neuen Königin versehen und harmonisieren dort zu einer neuen Einheit.
- Schwarmfang: Entwichene Naturschwärme lassen sich leicht in den Kasten einschlagen und transportieren.
- Königinnenzucht & Begattungseinheiten: Sehr gut geeignet, um pflegebereite Bienenmassen für den Anbrüter oder für Begattungskästchen (z. B. Apidea oder Mini-Plus) zu sieben und portionieren.
- Sicherer Bienentransport: Dank maximaler Belüftung können Bienen (z. B. beim Verkauf) ohne die Gefahr des „Verbrausens“ (Hitzetod) transportiert werden.
- Königinnen-Aussiebung: Modelle mit integriertem Absperrgitter erleichtern das Auffinden und sichere Separieren einer versehentlich in den Kasten gelangten Bienenkönigin.
Feglingskasten kaufen: Auf diese Qualitätsmerkmale musst du achten
Wenn du einen Feglingskasten kaufen möchtest, solltest du nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Funktionalität achten. Ein schlechter Kasten kann im schlimmsten Fall zum Verlust der Bienen führen.
1. Maximale Belüftung (Schutz vor Verbrausen)
Bienen in Panik oder Enge erzeugen extrem viel Hitze. Großflächige, stabile Draht- oder Streckmetallgitter (meist am Boden und an den Seiten) sind Pflicht, um eine optimale Luftzirkulation zu garantieren.
2. Einfülltrichter oder Einlaufschütte
Ein praktischer, passgenauer Trichter erleichtert das händische Abfegen der Bienen von der Wabe ungemein. Die Bienen rutschen direkt in den Kasten, anstatt daneben zu fliegen.
3. Absolut ausbruchssicherer Verschluss
Die Schieber und Verschlüsse müssen absolut dicht schließen. Nichts ist ärgerlicher als ein Auto voller entflohener Bienen während des Transports.
4. Einfache Reinigung und Desinfektion
Da im Feglingskasten Bienen verschiedener Völker zusammenkommen, ist Hygiene oberstes Gebot. Glatte Innenwände oder kunststoffbeschichtete Materialien lassen sich leicht abflammen oder mit Ätznatron reinigen.
Experten-Tipp zur Kompatibilität: Ein klassischer Feglingskasten nimmt keine Waben auf und ist daher völlig unabhängig von deinem Beutenmaß (Zander, Dadant oder DNM). Wenn du hingegen Waben mitsamt Bienen transportieren möchtest, benötigst du den sogenannten Schröpfkasten.
Feglingskasten vs. Schröpfkasten: Wo liegt der Unterschied?
In der Imker-Fachsprache werden diese beiden Begriffe oft verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Zwecke erfüllen:
| Merkmal | Feglingskasten | Schröpfkasten |
|---|---|---|
| Inhalt | Reine Bienenmasse (ohne Waben) | Komplette Waben (Brut/Futter) inkl. Bienen |
| Hauptzweck | Kunstschwarmbildung, Bienenversand | Völkerschröpfung (Schwarmtrieblenkung) |
| Ausstattung | Einfülltrichter, große Lüftungsgitter | Rähmchenschienen (maßspezifisch) |
| Beutenmaß | Universell einsetzbar | Muss exakt zum Beutenmaß passen |
Marburger Feglingskasten: Der bewährte Goldstandard
Unter erfahrenen Imkern hat sich ein System besonders etabliert: der Marburger Feglingskasten. Er gilt in der professionellen Imkerei als das durchdachteste System auf dem Markt.
- Integrierte Königinnen-Aussiebefunktion: Durch ein clever platziertes Absperrgitter wandern die Arbeitsbienen in den unteren Bereich, während eine versehentlich mitgefegte Königin oben sauber zurückbleibt.
- Perfekt für die Kellerhaft: Das großzügige Raum- und Belüftungsverhältnis ist exakt darauf ausgelegt, dass der Kunstschwarm die kritischen 2 bis 3 Tage in der dunklen Kellerhaft stressfrei übersteht.
- Ergonomische Handhabung: Stabile Tragegriffe und perfekt schließende Holz- oder Kunststoffschieber erlauben ein flüssiges Arbeiten im Akkord.
Die richtige Wahl für eine erfolgreiche Völkervermehrung
Ob Hobby-Imker oder Berufsimkerei: Ein hochwertiger Feglingskasten spart Zeit, schont die Nerven und sichert das Überleben deiner Kunstschwärme. Wer in langlebige Qualität und maximale Bienensicherheit investieren möchte, ist mit dem klassischen Marburger Feglingskasten bestens beraten. Investiere in gesundes Wachstum deiner Bienenvölker und bestelle deinen neuen Feglingskasten online beim Bienenzucht-Profi!
Das hängt von der Kastengröße ab, aber als Faustregel für einen typischen Kunstschwarm gilt: Ein Feglingskasten fasst etwa 1,5 bis 2,5 kg Bienen (das entspricht etwa 15.000 bis 25.000 Bienen). Wichtig ist, den Kasten nicht zu überfüllen, damit die Bienen trotz der Aufregung noch genug Luft bekommen und nicht verbrausen.
In der Regel bleiben die Bienen für 2 bis 3 Tage im Kasten – und zwar während der sogenannten Kellerhaft. In dieser Zeit schlagen sich die Bienen den Honigmagen voll, harmonisieren mit der neuen Königin und bauen eine Traube. Länger als drei Tage sollten sie jedoch nicht eingesperrt bleiben.
Ja, unbedingt. Da die Bienen im Kasten keine Waben und somit keine Vorräte haben, müssen sie versorgt werden. Am einfachsten funktioniert das über flüssiges Zuckerwasser (1:1), das durch das feine Gitternetz gesprüht wird, oder über einen oben aufgesetzten Futterteigfladen. Während der Kellerhaft ist zudem eine ausreichende Wasserversorgung wichtig.
Bienen verbrausen, wenn sie in Stress geraten (z. B. durch Enge oder Erschütterung beim Transport). Sie fangen an zu fächeln, erzeugen extreme Hitze und ersticken oder sterben am Hitzeschlag. Verhindern lässt sich das durch maximale Belüftung, einen schattigen, kühlen Stellplatz während der Kellerhaft und indem man die Bienen vor dem Transport kurz mit etwas Wasser einsprüht, um sie zu beruhigen.